Viele Unternehmen suchen DevOps Engineers – und wundern sich, warum sie niemanden finden.
Das Problem liegt selten am Talentmarkt. Viel häufiger liegt es daran, dass die Rolle falsch beschrieben wird. In vielen Cloud-Projekten geht es längst nicht mehr nur um Automatisierung oder CI/CD. Stattdessen entstehen sogenannte Plattformteams, die interne Entwicklerplattformen aufbauen und betreiben.
Diese Rollen werden häufig noch als DevOps oder Cloud Engineer ausgeschrieben. Tatsächlich handelt es sich aber um etwas anderes: Platform Engineering.
Wer diesen Unterschied nicht versteht, wird beim Recruiting kaum passende Kandidat:innen finden.
Was ist ein Platform Engineer eigentlich?
Platform Engineering beschreibt den Aufbau interner Entwicklerplattformen, die Infrastrukturkomplexität abstrahieren.
Das Ziel ist eine sogenannte Internal Developer Platform (IDP). Dabei handelt es sich um eine Plattform, die Entwickler:innen ermöglicht, Anwendungen zu deployen, ohne sich mit Infrastrukturdetails beschäftigen zu müssen.
Platform Engineers entwickeln dafür standardisierte Infrastrukturkomponenten, Self-Service-Deployments und automatisierte Entwicklungsumgebungen.
Typische Plattformarchitekturen kombinieren mehrere Technologien:
infrastructure:
– Kubernetes
– Terraform
deployment:
– GitOps
– ArgoCD
observability:
– Prometheus
– Grafana
developer_interface:
– Backstage
Platform Engineers arbeiten daher an der Schnittstelle zwischen Infrastruktur, Softwareentwicklung und Systemarchitektur.
Während klassische DevOps Engineers häufig einzelne Deploymentprozesse automatisieren, bauen Platform Engineers ganze Plattformen für Entwicklungsteams.
Warum DevOps-Stellen oft eigentlich Platform Engineering sind
Viele Unternehmen verwenden DevOps als Sammelbegriff für unterschiedlichste Rollen.
In Stellenausschreibungen finden sich häufig Anforderungen wie:
Kubernetes-Cluster betreiben
CI/CD-Pipelines entwickeln
Infrastruktur automatisieren
Self-Service-Deployments ermöglichen
Developer Experience verbessern
Diese Kombination beschreibt jedoch kein klassisches DevOps-Profil mehr.
Der Begriff DevOps entstand ursprünglich als Kulturkonzept – also als Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb. Heute wird der Begriff jedoch häufig für Rollen verwendet, die deutlich komplexere Aufgaben übernehmen.
Platform Engineering geht einen Schritt weiter. Hier geht es nicht nur um Automatisierung einzelner Prozesse, sondern um den Aufbau skalierbarer Plattformarchitekturen für ganze Entwicklerorganisationen.
Diese Rollen sind strategisch relevant, weil sie die Produktivität von Entwicklerteams massiv erhöhen können.
Welche Skills Platform Engineers wirklich brauchen
Platform Engineers benötigen eine ungewöhnlich breite Kombination technischer Fähigkeiten.
Neben Cloud-Infrastruktur spielen vor allem Automatisierung, Plattformdesign und Entwicklererfahrung eine Rolle.
Typische Kompetenzbereiche sind:
Kubernetes-Plattformbetrieb
Infrastructure as Code
GitOps-basierte Deployments
Observability und Monitoring
Developer Experience
Ein typisches Kompetenzprofil könnte beispielsweise so aussehen:
orchestration:
– Kubernetes
infrastructure:
– Terraform
– Pulumi
deployment:
– ArgoCD
– GitHub Actions
observability:
– Prometheus
– Grafana
developer_platform:
– Backstage
Besonders wichtig ist dabei das Verständnis für sogenannte Developer Experience.
Damit ist gemeint, wie einfach Entwickler:innen mit Infrastruktur arbeiten können. Plattformteams bauen daher häufig Self-Service-Systeme, die Deployments oder Infrastrukturbereitstellung automatisieren.
Platform Engineers denken deshalb weniger in einzelnen Tools – sondern in Plattformarchitekturen.
Warum Platform Engineers so schwer zu finden sind
Platform Engineering ist ein relativ neues Spezialgebiet.
Viele Engineers haben Erfahrung mit einzelnen Technologien wie Kubernetes oder Terraform. Nur wenige haben jedoch Erfahrung im Aufbau kompletter Plattformen für Entwicklerteams.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Viele Platform Engineers sehen sich selbst nicht unter diesem Titel.
Typische Jobtitel können beispielsweise sein:
DevOps Engineer
Site Reliability Engineer
Cloud Infrastructure Engineer
Kubernetes Engineer
Das bedeutet, dass klassische Keyword-Suchen im Recruiting oft zu kurz greifen.
Wer Platform Engineers finden will, muss stärker auf Technologiekombinationen und Projekterfahrung achten – nicht nur auf Jobtitel.
Wie Unternehmen Platform Engineers erfolgreich rekrutieren
Der wichtigste Schritt im Recruiting besteht darin, die Rolle korrekt zu definieren.
Statt nach einem generischen DevOps Engineer zu suchen, sollten Unternehmen klären:
Soll eine interne Plattform aufgebaut werden?
Wird eine Kubernetes-basierte Infrastruktur betrieben?
Geht es um Developer Self-Service?
Soll eine Internal Developer Platform entstehen?
Diese Fragen verändern das Suchprofil deutlich.
Eine typische Sourcing-Logik kann beispielsweise so aussehen:
core_stack:
– Kubernetes
– Terraform
deployment:
– GitOps
– ArgoCD
observability:
– Prometheus
– Grafana
Recruiting wird dadurch deutlich präziser, weil nicht mehr nach einem Jobtitel gesucht wird, sondern nach konkreter Plattformkompetenz.
So hat indivHR für einen Kunden Platform Engineers gefunden
Ein internationaler Softwareanbieter wollte ein Plattformteam aufbauen, um die interne Entwicklerproduktivität zu verbessern.
Die ursprüngliche Stellenausschreibung suchte mehrere DevOps Engineers. Nach einer Analyse zeigte sich jedoch, dass das eigentliche Ziel der Aufbau einer Internal Developer Platform war.
Die Suche wurde daher auf Kandidat:innen mit Kubernetes-Plattformbetrieb, Terraform-Automatisierung und GitOps-Erfahrung fokussiert.
Durch diese Anpassung konnten innerhalb weniger Wochen mehrere passende Kandidat:innen identifiziert werden – obwohl die Rolle zuvor über Monate unbesetzt geblieben war.
Wenn Cloud-Recruiting komplex wird
Viele Unternehmen suchen DevOps Engineers, obwohl sie eigentlich Platform Engineers benötigen.
Diese Unschärfe führt dazu, dass Stellenausschreibungen unpräzise werden und Kandidat:innen sich nicht angesprochen fühlen.
indivHR unterstützt Unternehmen dabei, technische Rollenprofile klar zu definieren und gezielt passende Cloud- und Plattformexpert:innen zu identifizieren. Erste vorqualifizierte Kandidat:innen werden häufig innerhalb von 14 Tagen vorgestellt.


